Mittwoch, 27. November 2013

Der Autor als Störfaktor


 
Viele Verlage suchen über Ausschreibungen Kurzgeschichten oder Gedichte für Anthologien. Für Autoren ist das eine gute Gelegenheit, ihre kleinen Schätze zu veröffentlichen.

Auch ich nehme gerne mal an solchen Wettbewerben teil. Was mich allerdings in letzter Zeit immer mehr stört, ist das Verhalten einiger Verlage. Vor allem, wenn es darum geht, eine simple Eingangsbestätigung zu verschicken.

Oftmals wird bereits im Ausschreibungstext vermerkt, dass es keine gibt. Noch schlimmer ist es, wenn das stillschweigend vollzogen wird und man selbst auf Nachfrage einfach ignoriert wird.

Ich finde das unhöflich und respektlos. Und mir stellt sich dabei immer die Frage, welchen Wert die Autoren dort überhaupt haben? 

Mir ist klar, dass es in einem Verlag mitunter ziemlich turbulent zugeht. Aber um eine kurze Antwort zu verschicken bedarf es nicht viel Aufwand. Die Mails werden doch ohnehin geöffnet. Für ein einfaches "Angekommen" oder vielleicht sogar ein "Danke" braucht selbst ein langsamer Schreiber nicht mal eine halbe Minute. 

Dann weiß man aber, dass der Text auch angekommen ist und tatsächlich teilnimmt.

Ohne Eingangsbestätigung bleibt die Ungewissheit bis zur Verkündung der Ergebnisse. Wenn dann aber noch nicht mal alle Teilnehmer eine Mail bekommen, sondern nur die Gewinner, tappt man bisweilen für immer im Dunkeln.

Und was kann man überhaupt von einem Verlag erwarten, der keine Lust hat, ein wenig Zeit in die grundlegendsten Dinge zu investieren? Der den Autor wie einen unliebsamen Eindringling behandelt, von dem er aber liebend gerne Texte entgegennimmt – und das nicht, um ihm einen Gefallen zu tun, sondern weil er daran verdienen will.

Ich für meinen Teil werde solche Verlage in Zukunft meiden. Es gibt genügend andere, die sich die Zeit für eine Eingangsbestätigung nehmen. Und dort fühle ich mich viel besser aufgehoben. Vor allem, auch als Mensch respektiert. 



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