Dienstag, 17. September 2013

Garten des Todes


Mein Lächeln ist nicht echt. Das ist es nie. Nicht, seitdem alles um mich herum brach liegt.
Ständig höre ich die Stimmen der Menschen die mir sagen, was ich tun soll, wie ich mich fühlen soll. Menschen, die mir nah sein sollten, nah sein wollen. Doch mit jedem Wort rammt die Distanz ihre Stahlfinger tiefer in mein Herz.

Ich wende mich ab, und wieder zieht es mich hinaus in den Garten des Todes. Nachtatem streift mich, küsst mein Gesicht, verweilt einen Moment, zieht vorüber. Vorbei an den kalten Augen des Schweigens, wo Geschichten in Jahreszahlen enden. Abgestanden. Grau.
Ich sinke neben dir nieder. Lege meine Hand auf die Erinnerung. Frostig durchströmt sie meinen Körper, hält an, um mir zu zeigen, wo du jetzt bist.
Träume nachtwandelnder Kreaturen dringen in meinen Kopf. Kratzen an meinem Verstand. Schleppen mich in ihre Welt voller Dunkelheit.
Ich folge dem Pfad durch ihr Wüstenland. Der Sand unter meinen nackten Füßen weicht nicht zurück, bleibt haften. Begleitet mich ein Stück und verlässt mich wieder. Fällt ab, wie die Zeit um mich herum.
Ich kann sie nicht halten. Nur mein Schmerz hängt unermüdlich fest.

Mein Weg endet, wo morsches Holz trostlos in den Abgrund starrt. Die andere Seite ist so nah so unerreichbar für mich.
Meine Sicht verschwimmt. Schmetterlinge tanzen vor meinem Gesicht. Entflammen. Stoßen mich in die Tiefe und fallen mit mir. Sie züngeln über meine Haut, reißen Wunden in das Fleisch. Trinken mein Blut. Gierig, als wäre es kostbar.
Ich lasse sie gewähren, denn ich brauche es nicht mehr. Mein Kampf ist vorbei, nach all den Monaten des Wartens. Auf dich. Ich habe mir gewünscht, dass du zurück kommst. Habe mir gewünscht, deine Stimme wieder zu hören. Ich habe geweint, nächtelang. Doch Tote kennen keine Tränen. 

*** 

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