Donnerstag, 11. Juli 2013

Es ist leicht, Wände einzureißen


Der nachfolgende Text ist aus einer Sammlung an Gedanken über das Schreiben entstanden, die ich immer mal wieder niederschreibe, wenn mir danach ist. Und es hatte sich schon eine ganze Menge angesammelt.
Mein Ziel war es, das Ganze ein wenig zu komprimieren und in Form zu bringen – und ich wollte dabei auf genau 150 Wörter kommen (ohne die Überschrift). Hier nun das Ergebnis:


Es ist leicht, Wände einzureißen

Ich schreibe, weil es meine Flügel sind und die Arme, die mich halten. Ich schreibe, weil es niemanden gibt, der mich davon abbringen kann, wenn ich es nicht zulasse.

Was ich schreibe sind die Abdrücke meiner Gedanken, Abdrücke von Gefühlen, die ich auf Papier übertrage. Sie sind Lüge und sie sind Wahrheit. Und da ist dieses Unbekannte. Eine Zwischenwelt. Ein Flüstern von Ahnung und Ahnungslosigkeit. Stimmen aus Köpfen, Schatten an Wänden.

Was ich schreibe ist der Schlüssel im Schloss, ein eingeschlagenes Fenster, ein überwuchertes Gleis. Es ist Vergangenheit und Zukunft - und alles dazwischen.

Schreiben ist ein Versuch, mich selbst zu verwischen - eins zu werden mit dem Hintergrund. Und es ist ein Versuch, klar daraus hervorzutreten und mich dieser Welt zu zeigen. Ich werde zu allem, und ich werde zu nichts.

Ja, ich schreibe, weil auch der Stuhl auf dem ich sitze den Boden braucht, auf dem er steht. 


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