Mittwoch, 20. März 2013

Von Autor zu Autor: Wie erfahre ich mehr über meine Figuren?


Für die Figurenentwicklung gibt es verschiedene Methoden. Man kann Charakterbögen anlegen, man kann die Figuren Tagebuch führen lassen, man kann sie Fragebögen ausfüllen lassen, oder aber auch einem Verhör unterziehen. Aber es gibt noch mehr …

Wenn ihr eure Figuren auf etwas andere Weise zum Reden bringen wollt, gebt ihnen doch einfach mal Satzanfänge vor, die sie dann weiterführen müssen. Ebenso gut eignen sich auch bestimmte Schlagwörter. Entweder ihr wählt sie zufällig aus, oder aber bewusst zum Thema eurer Geschichte oder auch, wenn ihr etwas Spezielles über die jeweilige Figur erfahren wollt.
Oder ihr nehmt einen Satz aus einem Buch, einen Textauszug aus einem Lied, etc. Im Prinzip eignet sich alles.  
Eine andere Variante wäre auch noch, dass ihr euren Figuren Zitate gebt und in Erfahrung bringt, wie sie darüber denken.

Manche Figuren sind allerdings nicht sehr gesprächig, und dann steht man als Autor vor einem Problem. Aber heißt es nicht: Taten sagen mehr als tausend Worte? Na also!
Steckt eure Figuren doch einfach mal in verschiedene Situationen und guckt, was sie machen. So könnt ihr sie von allen Seiten kennen lernen.
Lasst sie einkaufen gehen, oder ins Kino … Lasst sie in Nachbars Garten Obst klauen und findet heraus, dass sie auf Äpfel allergisch sind.

Oder seid ein wenig fies und werft sie einfach mal in Extremsituationen:
Ihr wisst zum Beispiel schon, dass eine eurer Figuren einen bestimmten Typ Mensch nicht mag. Super. Dann lockt sie doch mit genau solch einem Exemplar in einen Fahrstuhl und verursacht eine Havarie. Das kann ein normaler Stillstand sein, oder ein Kabelbrand, etc.
Wollt ihr erst noch herausfinden, wen eure Figuren mögen und wen nicht, dann packt einfach die unterschiedlichsten Typen (zusammen oder einzeln) in die Fahrstuhlkabine.

Schickt eure Figuren an Bord eines Flugzeugs und bringt dieses zum (fast) Absturz. Wie verhalten sie sich? Wie verhalten sie sich danach? 
Bringt sie in andere brenzlige Situation. Zum Beispiel mitten in einen Banküberfall, einen Autounfall, Zugunglück. Setzt sie auf einer eisamen Insel aus. Oder sperrt sie in ein Verlies - vielleicht bekommt ihr dadurch heraus, dass sie unter Klaustrophobie oder Arachnophobie leiden. Wenn ihr Glück habt, findet ihr dafür auch gleich noch die Ursache.

Möglichkeiten gibt es viele, um möglichst facettenreiche Figuren zu (er)finden - um ihre Stärken und Schwächen herauszukristallisieren.

Selbst wenn euch eure Figuren dafür verfluchen, was ihr ihnen da antut … Versucht es zu ignorieren. Sie werden es euch verzeihen. Nämlich dann, wenn sie in den Geschichten keine Abziehbilder oder Pappfiguren sind, sondern „echte Menschen“. Interessante Wesen mit natürlichen Charakteren.

Fazit:
Bringt eure Figuren zum Reden. Nicht nur im Rahmen der Geschichte, sondern allgemein. Dadurch bekommt ihr einen größeren Einblick in die jeweiligen Charaktere und vielleicht auch gleich neue Ideen, die ihr mit in die Geschichten einbinden könnt.

Erfindet Situation, mit denen ihr die Möglichkeit habt, neue Charaktereigenschaften zu finden, oder bereits bestehende zu testen.

Ihr könnt das schriftlich machen - ausführlich oder nur in Stichpunkten - oder aber auch dadurch, dass ihr es euch vorstellt. Lasst es wie einen kleinen Film vor eurem inneren Auge ablaufen. 

Viel Erfolg!

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