Montag, 4. März 2013

Von Autor zu Autor: Schreibblockade -
Teil 1


Vermutlich kennt sie jeder, diese fiese kleine Macht, die einen daran hindert weiterzuschreiben. Für die meisten sind Schreibblockaden ein einziger Albtraum.
Aber vielleicht sollten wir sie nicht nur negativ sehen. Vielleicht sollten wir an dieser Stelle einfach mal innehalten und ein wenig reflektieren. Das Schreiben und alles, was damit verbunden ist, nicht als selbstverständlich ansehen. Denn wenn es gut läuft, ist alles bestens. Dann machen wir uns darüber keine Gedanken. Aber wenn es mal hakt oder ganz zum Stillstand kommt, dann wirft uns das meist aus der Bahn. Wir fangen an, an uns und unseren Geschichten zu zweifeln. Oftmals völlig unnötig.
Und wie wundervoll ist doch das Gefühl, wenn wir eine Schreibblockade überwunden haben und es wieder läuft. Es ist viel intensiver. Viel sinnlicher.
Also nutzt diese unfreiwillige Auszeit, um über die Vorteile des Schreibens nachzudenken. Über das, was es euch bringt, was es in euch bewirkt, was ihr damit bewirken wollt und könnt. Lernt das Schreiben richtig zu schätzen. Und freut euch auf die Zeit, wo es wieder flutscht.

Das ist aber sicherlich nicht das, was ihr euch unter diesem Titel erhofft habt. Und das ist auch nicht das, was ich euch (nur) erzählen will. Nein, ich will versuchen, euch in dieser Reihe Tipps zu geben, die vielleicht helfen, euch und das Schreiben besser zu verstehen. Tipps, die euch hoffentlich über eine bestehende oder die nächste Krise hinweghelfen können, oder vielleicht sogar davor bewahren.

Allgemein:  

Eine Schreibblockade ist unangenehm, aber wir sollten sie auch nicht überbewerten. Ihr nicht die Chance geben, uns gänzlich vom Schreiben abzuwenden oder in Panik verfallen. Wir sollten ihr auf den Grund gehen. Die Ursache erforschen. Denn meist kommt sie nicht einfach so. Und wenn wir sie erst einmal diagnostiziert haben, haben wir auch gute Chancen, ein Gegenmittel zu finden.

Was ich auch sehr wichtig finde, ist, dass wir bei einer Schreibblockade kein schlechtes Gewissen haben brauchen. Warum auch? Jeder hat mal einen schlechten Tag. Oder auch ein paar mehr. Das ist nicht illegal oder verwerflich. Das ist normal.
Man sollte sich auch nicht von der allseits beliebten Aussage beirren lassen, dass ein Handwerker schließlich auch keine Blockade hat.
Kreatives Schreiben ist keine Arbeit, die man routiniert verrichtet. Zumindest sollte es nicht so sein. Das wäre traurig.
Schreiben ist fühlen. Man muss dafür bereit sein. In Stimmung sein. Schließlich sind es unsere Sinne, die uns dabei führen sollten. Wenn unsere Sinne aber durch irgendetwas gehemmt werden, läuft das nicht. Dabei kommt höchstens etwas heraus, das schon auf dem Weg zum Papier erstickt – und am Ende auch unsere Geschichten abtötet.
Und an der Stelle sollten uns fragen, ob wir denn am Ende eine Geschichte wollen, der jeglicher natürlicher Atem fehlt - nur um etwas geschrieben zu haben. Kann man damit glücklich werden?
Wenn man als Autor keinen Spaß beim Schreiben hatte, wie sollen dann unsere Leser Spaß an solchen Geschichten haben?  Wie sollen wir unsere Leser von etwas überzeugen, von dem wir selbst nicht überzeugt sind?


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